«Unser Publikum will Tiere sehen»

Der National-Circus Knie gastiert vom 18. bis 20. September in Biel. Zirkusdirektor und Pferdedresseur Fredy Knie junior will mit seinem zauberhaften Zirkusspekta-kel bei seinen Gästen Kindheitserinnerungen wecken und ein Live-Erlebnis der Extraklasse bieten. Er erzählt zudem über die Herausforderung des Zirkus-Unternehmens in der heutigen Zeit, über Kreativität, Glamour und harte Arbeit.

(Bild: Circus Knie / Nicole Bökhaus) Fredy Knie junior ist national und international bekannt als Pferdespezialist. Zauberhafte Pferdenummern werden auch in den Jubiläumsvorstellungen in Biel vom 18. bis 20. September gezeigt.

Der National-Circus Knie feiert dieses Jahr seinen 100. Geburtstag. Dies ist gerade in der heutigen Zeit mit dem immensen Freizeit-Angebot keine Selbstverständlichkeit. Was ist Ihr Erfolgsrezept?
Fredy Knie junior: Das Unterhaltungsangebot wächst von Jahr zu Jahr und ist breitgefächert. In den vergangenen 100 Jahren haben wir uns stets darum bemüht, ein top Programm zu bieten und unser Publikum respektvoll und zuvorkommend zu begegnen. Bereits mein Grossvater und die Gründungsväter hatten ein gutes Einvernehmen mit unseren Gästen und waren mit dem Publikum sehr verbunden.

Sie zeigen auch dieses Jahr eine spannende Show mit den bekannten Komiker Viktor Giacobbo und Mike Müller. Wie entsteht so ein Programm und welche Elemente muss es enthalten?
Das Publikum will sich verzaubern lassen, für ein paar Stunden abschalten und in eine völlig andere Welt entführt werden. Zentral sind auch lustige und komische Nummern, um das Publikum zum Lachen zu bringen. Mit dem Besuch im Zirkus verbinden viele Gäste auch Kindheitserinnerungen.

Wie rekrutieren Sie Ihre erstklassigen Künstler und Artisten?
In der Branche kennt man einander gut. Dennoch schauen wir immer wieder andere Shows an, um einerseits am Ball zu bleiben und uns andererseits inspirieren zu lassen.

Gibt es bezüglich der einzelnen Nummern Trends oder Favoriten?
Ein guter Mix des Programms macht es aus, das heisst, dass sowohl komische, lustige, als auch akrobatische und künstlerische Elemente vorhanden sind. Ebenso dürfen Tiernummern nicht fehlen. Ein abwechslungsreiches Programm ist auch spannend.

Der Circus Knie ist bekannt für seine Pferdenummern. Allerdings sind Tiere im Zirkus in jüngster Zeit umstritten. Wie gehen Sie mit dieser Tendenz um?
Der Circus Knie hat damit kein Problem. Unser Tiertraining ist öffentlich, wir haben nichts zu verbergen. Zudem sind wir international als Pferdespezialisten bekannt. Unser Publikum freut sich auf unsere Tiernummern, sonst wären unsere Vorstellungen nicht jeden Abend ausverkauft.

Welche Bedeutung haben Ihre Pferde und die weiteren Zirkustiere für den Circus Knie?
Unser Publikum will Tiere sehen. Unsere Tiere arbeiten gern in der Manege und werden auch sehr gut behandelt, gehegt und gepflegt. Aber es gibt immer Extremisten, die das anders sehen. Wir haben zudem ein sehr gutes Verhältnis zum Schweizerischen Tierschutzverein, arbeiten eng mit ihm zusammen und tauschen uns regelmässig aus. Ich halte beim Schweizerischen Tierschutz unter anderem Vorträge.

Der Circus Knie ist ein Unternehmen respektive ein KMU. Wie bleiben Sie innovativ und wettbewerbsfähig?
Wir beschäftigen 250 Leute auf Tournee und noch zusätzlich 150 im Heimquartier und dem Kinderzoo in Rapperswil. Auch wir müssen immer am Ball bleiben, dürfen nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Es ist immer viel Fantasie gefragt, um ein neues Programm zu kreieren. Meine Tochter Géraldine Katharina hat das Jubiläumsprogramm sehr gut hingekriegt, es beinhaltet von allem etwas. Zudem wurde unser Programm seit 100 Jahren nie im Fernsehen gezeigt und das bleibt auch so. Wer unsere Show sehen will, muss in den Circus kommen.

Der Circus Knie bewegt sich im Premium-Bereich der Unterhaltungsbranche. Wie bleibt man da an der Spitze?
Eine Top-Qualität zu bieten, ist für uns selbstverständlich. Wir bieten ein Live-Erlebnis, das man mit all seinen Gerüchen, Düften, Atmosphäre etc. nur vor Ort erleben kann. Der Zirkusbesuch soll ein kleines Abenteuer sein. Im Fernsehen könnte man das niemals so rüberbringen.

Interview: CR

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